Politik hinter den Kulissen
– was Kärnten bewegt
22.10.2011

Verhandlungsergebnis ist „sensationell“

Kurz vor 4 Uhr früh haben sich die Verhandler von Industrie und Gewerkschaft auf eine kräftige Steigerung von durchschnittlich 4,2 Prozent der Löhne für die Metaller geeinigt. Für die Industrie eine große Bürde. Für die Gewerkschafter, die nach dem Angebot von 3,65 Prozent gleich zum Streik übergegangen sind und den Konflikt auf der Straße austragen wollten, ein „sensationelles“ Ergebnis. Besonders bedenklich ist in diesem Fall aber, den Abschluss wie in den Vorjahren auch als Richt- schnur für die weiteren Kollektivverhandlungen in anderen Branchen heranzuziehen. Der Handel in Kärnten weist im heurigen Jahr ein negatives Wachstum auf, weniger Umsatz und DB als im letzten Jahr. Gerade in dieser äußerst schwierigen Situation sind ähnliche Steigerungen einfach undenkbar. Unbestritten ist, dass die Kaufkraft wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung ist. Aber die wirtschaftlichen Erfolge der Metallindustrie der letzten Monate auf eine Ebene mit dem im Moment schwächelnden Handel zu stellen, wie es die Gewerkschaft in ihrer Euphorie im Moment tut, ist einfach nicht tragbar. Daher eine große Bitte: Verwechseln wir nicht Äpfel mit Birnen und überprüfen wir bitte jede Branche auf ihre jeweiligen Rahmenbedingungen. Weil sonst haben wir zwar zufriedene Arbeitnehmer, aber tiefrote Bilanzen bei den Unternehmern!

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