Politik hinter den Kulissen
– was Kärnten bewegt
24.05.2022

Arbeitsmarkt: Der Rufer in der Wüste…….

(c) pixabay.com

Thematisiert man als Politiker ein aufkeimendes Problem, setzt man sich garantiert harscher Kritik, wenn nicht gar einem zünftigen Shitstorm aus – damit, ob man am Ende Recht behält, hängt das meist nicht zusammen. Mir ist es vor nun drei Jahren so gegangen. Der ÖVP-Club tourte mit Experten durch Kärnten und machte in allen Bezirken Station, um Bewusstsein zu schaffen, dass die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung für Kärnten eine riesige Herausforderung ist. Sie bedeutet auch, dass uns die Arbeitskräfte ausgehen. Schon in acht Jahren hat Kärnten um 35.000 Menschen weniger im Alter zwischen 15 und 65.

Was musste ich mir damals nicht alles anhören: Ich rede unser Bundesland schlecht, meinten die Einen. Andere riefen mehr oder weniger offen zum Boykott unserer Veranstaltungsreihe auf. Sie wurde trotzdem ein Erfolg, einfach war es allerdings nicht, all die Menschen zu beruhigen, die meinten, die ÖVP beschwöre einen bösen Geist herauf, indem sie auf dramatische Veränderungen auf dem Kärntner Arbeitsmarkt aufmerksam machte.

Rekorde am Arbeitsmarkt

Heute sieht die Sache ganz anders aus: Kärnten stürmt von einer Zahl der Rekordbeschäftigung zur nächsten. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie noch nie zuvor und Experten prophezeien einen weiteren Rückgang. Vollbeschäftigung haben wir in Wahrheit aber schon jetzt, denn: die Zahl der Arbeitslosen ist gleich hoch, wie jene der offenen Stellen laut dem Wirtschaftsbund-Stellenmonitor.

Und diese offenen Stellen werden zu einem großen Problem für unser Bundesland – sie sind eine volkswirtschaftliche Gefahr. Firmen können die Nachfrage nicht bedienen, und das bremst unsere Wirtschaftsleistung und wird so zur Bremse für unseren Wohlstand. Das Problem taucht mittlerweile in allen Branchen auf. Wirte müssen die Öffnungszeiten ändern oder weiten sogar ihre Ruhetage aus. Unternehmer anderer Branchen müssen Aufträge ablehnen. Der Grund: Es fehlt das Personal.

Manche Unternehmer sind bereits der Verzweiflung nahe. In verschiedenen Medien klagen sie ihr Leid: Trotz erhöhter Löhne bleiben die Bewerber aus. Viele Fragen: „Was soll wir denn noch tun?“

Die traurige Wahrheit: Wenn es an Personen fehlt, helfen auch exorbitante Gagen wenig. Kärnten muss für QUALIFIZIERTEN Zuzug interessant werden. Seit der Roadshow vor drei Jahren haben wir eine Reihe von Initiativen gestartet, um die Arbeitsmarktpolitik zu verändern, sie der Zeit und Lebensrealität anzupassen.

Dennoch beklagen sich heute noch Leute bei mir, nämlich darüber, warum die ÖVP sich nicht des Arbeitsmarktes annimmt und eine neue Politik dafür einfordert. Die Antwort: Das tun wir bereits seit Jahren, viele wollten es nur bisher nicht hören. Und die heutige Situation des Arbeitsmarkts zeigt: Ein Problem verschwindet nicht, wenn man es nur lange genug ignoriert – im Gegenteil: Es wird immer größer.

Meint Ihr

Markus Malle

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