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Gesunde Zumutbarkeit

Archiv, Gesundheit, Politik

Die Gesundheit ist uns allen lieb und teuer: Lieb, weil wir stolz auf eines der besten Gesundheitssysteme der Welt sein können; und teuer, weil wir dafür – auch im internationalen Vergleich – sehr viel Geld ausgeben. Seit Jahrzehnten wogt die Diskussion um Krankenhausstandorte, Leistungskataloge, die Aufwertung der extramuralen Betreuung, die Vielzahl der Sozialversicherungsträger. Die Ergebnisse sind gleich null, die Argumente oft hanebüchen. Wo früher jedes Dorf unter Entbehrungen seinen Kirchturm baute, scheint heute jeder Bezirk sein Krankenhaus zu brauchen.

Eines ist klar: An der Spezialisierung und Schwerpunktsetzung führt aus qualitativen und budgetären Gründen kein Weg vorbei – und sie bedeutet nicht, dass der Blinddarm künftig auf der Straße operiert wird. Selbstverständlich soll es weiterhin flächendeckend eine optimale Notfallversorgung geben – aber die geplante Herzklappen-OP soll an einem darauf spezialisierten Standort und nicht in allen Regionalspitälern gemacht werden. Das angesichts der größeren Routine der operierenden Ärzte und der geringeren Kosten für das Gesundheitssystem den Patienten ebenso zumutbar wie den Beitragszahlern.

Apropos: Der vertragslose Zustand zwischen SVA und Ärztekammer konnte beendet werden, die Unbequemlichkeiten für die Versicherten hielten sich in Grenzen. Wer trotzdem betroffen war, den bitte ich um Verständnis, dass auch die Unternehmerversicherung darum kämpft, bei Arzthonoraren nicht über den Tisch gezogen zu werden – nicht zuletzt zum Wohle und im Interesse der Beitragszahler.