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„Zu blöd und zu feig“

Archiv, Politik, WB, Wirtschaft

Der Vorstand der Erste Bank, Andreas Treichl, hat mit seiner Aussage, dass die Politik „zu blöd und zu feig“ sei und keine Ahnung von der Wirtschaft habe, für ein ordentliches Rauschen im Blätterwald gesorgt. Vom Staatssekretär bis hin zum Bundeskanzler Faymann rückt die hohe Politik aus, um den Bankmanager ob seiner Aussage zu rügen. Die Diktion ist in jedem Fall zu hinterfragen, die erste (leider nicht oft wiedergegebene) Hälfte seiner Aussage aber in jedem Fall zu unterstützen. Die derzeit gültigen Basel II-Richtlinien reglementieren die Banken in ihrer Kreditweitergabe an die Realwirtschaft. Besonders von den USA gefordert, haben sich leider gerade die Kreditinstitute von Nordamerika überhaupt nicht an dieses Regelwerk gehalten und damit die Finanzkrise ausgelöst. Jetzt soll Basel III folgen, mit gravierenden Auswirkungen auf die heimische KMU- Struktur. Kredite werden teurer und noch schwieriger zu erhalten. Und genau dagegen hat sich Andreas Treichl ausgesprochen. Verständlich. Denn eine weitere Verschärfung wäre für viele KMU existenzbedrohend – und damit jedenfalls blöd und wirtschafts- politisch ahnungslos.